Shime-waza

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Shime-waza 2018-05-13T22:25:08+00:00

Shime-waza (Würgetechniken) sind Techniken, bei denen Hände, Arme, Beine oder das gegnerische Revers oder Ärmel benutzt werden, um an Ukes Hals oder Kehle Blut- oder Luftzufuhr abzuschneiden.

Shime-waza (Würgetechniken) werden in sieben Gruppen eingeteilt:

Juji-jime

Beim Juji-jime (Kreuzwürgen) wird durch Kreuzen von Toris Unterarmen vor bzw. seitlich von Ukes Hals die Würgewirkung erzielt.

  • Nami-juji-jime
  • Gyaku-juji-jime
  • Yoko-juji-jime
  • Kata-juji-jime
  • Tomoe-jime
  • Sode-guruma

Okuri-eri-jime

Beim Okuri-eri-jime (Kragenwürgen) wird Uke von hinten angegriffen, sein Hals wird rundum eingeschnürt, sodass die Blut- und Luftversorgung unterbrochen werden.

  • Okuri-eri-jime
  • Gyaku-okuri-eri-jime

Kata-ha-jime

Beim Kata-ha-jime (Würgen unter Kontrolle einer Schulter) wird Uke meist von hinten angegriffen. Zusätzlich zum Würgegriff muss ein Arm bzw. die Schulter von Uke fixiert werden.

  • Kata-ha-jime
  • Kaeshi-jime
  • Gyaku-kaeshi-jime

  • Othen-jime

Hadaka-jime

Beim Hadaka-jime (freies Würgen) wird Uke nur von Toris Armen oder Beinen gewürgt, ohne Zuhilfenahme des Revers.

  • Hadaka-jime
  • Ushiro-jime
  • Sankaku-jime

Ryote-jime

Beim Ryote-jime (Parallelgriffwürgen) fasst Tori Ukes rechtes und linkes Revers und drückt diese gleichzeitig mit beiden Händen gegen dessen Halsschlagadern, ohne die Hände dabei zu kreuzen.

  • Ryote-jime
  • Maki-komi-jime
  • Kensui-jime
  • Kami-shiho-ryote-jime

Kata-te-jime

Beim Kata-te-jime (Einhandwürger) geht die Hauptwirkung des Würgers nur von einer Hand aus. Gewürgt wird dabei mithilfe eines Revers und des Unterarms.

  • Kata-te-jime
  • Ebi-jime
  • Tsuki-komi-jime
  • Hasami-jime

Ashi-jime

Beim Ashi-jime (Beinwürger) wird Uke unter Zuhilfenahme eines oder beider Beine gewürgt. In den meisten Fällen übernimmt das Bein die Funktion einer Hand oder fixiert Uke.

  • Ashi-jime
  • Kagato-jime
  • Kami-shiho-ashi-jime
  • Kata-jime

Das Ziel einer Würgetechnik besteht darin, Uke durch Druck auf die Halspartie zur Aufgabe zu zwingen. Mit Hilfe von Judogi, Unterarm oder Bein werden hauptsächlich die seitlich am Hals liegenden großen Blutgefäße, aber teilweise auch indirekt Kehlkopf, Luftröhre oder Genick angegriffen.
Würgegriffe werden angesetzt aus einer stabilen Position, in der Tori Uke völlig unter Kontrolle hat. Durch starken Druck auf die Blutgefäße kann die Zufuhr von ateriellem Blut zum Gehirn bzw. der Abtransport des venösen Blutes soweit vermindert werden, dass Uke zur Aufgabe gezwungen wird. Ein direkter Angriff des Kehlkopfes ebenso wie das Würgen mit den Fingern oder Verbiegen des Genicks nach hinten ist verboten.
Im Judokampf versucht man zwar, einen Würgegriff „auszuhalten“, lässt sich aber nicht bis zur Bewusstlosigkeit würgen, sondern klopft rechtzeitig kräftig mit Händen und/oder Füßen ab.
Um die Verletzungsgefahr beim Judo einzuschränken, ist bei allen Techniken eine gewisse Achtsamkeit (siehe Kanos Lehrsatz vom gemeinsamen Wohlergehen) erforderlich.