Osae-komi-waza

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Osae-komi-waza 2018-05-14T09:35:01+00:00

Bei Osae-komi-waza (Haltetechniken) besteht das Ziel darin, den Gegner im Judokampf auf den Rücken  so fest zu halten bzw. zu fixieren, dass er in seiner Bewegungsfreiheit behindert ist und sich für eine gewisse Zeit nicht aus der Rückenlage befreien kann, während Tori die Kontrolle behält.

Osae-komi-waza (Haltetechniken) werden in vier Gruppen eingeteilt.

Kesa-gatame

Neben Uke liegend ihm eine Körperseite zuwendend – liegend oder knieend halten

  • Kesa-gatame

  • Kuzure-kesa-gatame

  • Makrua-kesa-gatame

  • Kata-gatame

  • Gyaku-kesa-gatame

  • Uki-gatame

Yoko-shiho-gatame

Neben Uke Bäuchlings liegend oder knieend halten

  • Yoko-shiho-gatame

  • Kuzure-yoko-shiho-gatame

  • Mune-gatame

  • Kata-osae-gatame

Kami-shiho-gatame

Bäuchlings hinter Uke liegend oder knieend halten

  • Kami-shiho-gatame

  • Kuzure-kami-shiho-gatame

  • Kami-sankaku-gatame

  • Ura-shiho-gatame

Tate-shiho-gatame

Über Uke liegend oder knieend halten

  • Tate-shiho-gatame

  • Kuzure-tate-shiho-gatame

  • Tate-sankaku-gatame

Osae-komi ist gegeben, wenn

  • der Gehaltene mit der Schulter auf der Matte liegt

  • der Haltende frei ist (keine Beinklammer)

  • er die Kontrolle über den Gehaltenen hat

  • der Haltende sich über den Gehaltenen befindet

Der Haltende darf dabei weder zwischen den Beinen des Gehaltenen liegen, noch darf eines seiner Beine umklammert sein. Er muss den Gegner kontrollieren, d.h.: Der Haltende muss jederzeit in der Lage sein aufzustehen.
Die häufigsten Techniken im Bodenkampf sind Haltegriffe. Sie dienen dazu, den Gegner so festzuhalten, dass er in seiner Bewegungsfreiheit behindert ist und auch unter Kraftaufwand nicht aufstehen kann. Haltegriffe dienen auch dazu, Uke zu kontrollieren, so dass er angesetzten Hebeln oder Würgegriffen nicht entkommen kann bzw. bei einem Befreiungsversuch unvorsichtig wird.

Bei allen Haltegriffen spielt natürlich auch Toris Körpergewicht eine Rolle, besonders aber die Höhe seines Schwerpunktes über der Matte, d.h. es ist grundsätzlich erforderlich, dass Tori so flach wie möglich auf der Matte liegt.
Während des Haltens sind folgende judotechnische Gesichtspunkte zu beachten:

  • In einer stabilen Körperhaltung zu bleiben und den Gegner an den entscheidenden Punkten mit dem Körpergewicht zu belasten

  • Nicht ständig mit aller Kraft zu halten, sondern auf die Befreiungsversuche des Gegners zu achten und sinnvoll zu reagieren

  • Haltegriffe sowohl von rechts als auch von links anzusetzen

  • Kopf und Nacken Ukes zu kontrollieren, um so den ganzen Körper zu beherrschen

  • Niemals einen gut angesetzten Haltegriff zu lösen, um den Kampf vorzeitig durch Würgegriff oder Armhebel zu beenden, da sich Uke beim Wechsel befreien könnte.

Aus einem Haltegriff kann man sich befreien, indem man:

  • Versucht, Uke zwischen den eigenen Beinen einzuklemmen

  • Ein Bein des Gegners umklammert

  • Sich auf den Bauch dreht oder eine Bankposition einnimmt

  • Uke überhebt oder umrollt

  • Versucht, durch einen Armhebel oder Würgegriff zu kontern.