Gürtelprüfung

Die hier vorliegenden Ausbildungsinhalte für Kyu-Grade des DJB bestehen aus bis zu 8 Fächern. Nicht alle (6 + 2 Selbstverteidigung) Prüfungsfächer werden bei jeder Kyu-Prüfung überprüft, desweiteren wird hier (noch) nicht auf die Prüfungsfächer der Selbstverteidigung eingegangen.

1. Vorkenntnisse

Vorkenntnisse werden stichprobenartig ab dem 4. Kyu (orange-grüner Gürtel) überprüft. Dabei soll deutlich werden, dass der Prüfling auch die Prüfungsinhalte der vorangegangenen Kyu-Grade beherrscht. Außerdem sollten die im Prüfungsprogramm genannten japanischen Begriffe mit ihren deutschen Bedeutungen bekannt sein. Bei entsprechend guter Prüfungsleistung kann auf die Überprüfung der Vorkenntnisse verzichtet werden!

2. Falltechnik

Die Ukemi-waza (Falltechniken) sind für das Judo typische Fertigkeiten und elementar wichtig für das Erlernen der Würfe und den persönlichen Schutz vor Verletzungen. Falltechniken sollten immer in dem Maße vermittelt werden, wie es zum Erlernen der geplanten Wurftechniken notwendig ist. Für das Erlernen des O-goshi oder Uki-goshi in der Ausbildungsstufe des 8. Kyu ist die Falltechnik vorwärts nicht zwingend notwendig. Wichtiger sind zu diesem Zeitpunkt das Erlernen der korrekten seitlichen Landeposition und der richtige Einsatz des abschlagenden Armes.

3. Grundform der Wurftechnik

Die Grundform der Wurftechnik wird zunächst mit einem zweckmäßigen Standardgriff zumeist aus dem Stand geworfen. Dabei sollen Kumi-kata und die einzelnen Phasen der Wurftechnik (Kuzushi, Tsukuri, Kake) deutlich gemacht werden. Es muss sichtbar sein, dass der Prüfling die Hauptfunktionen der Technik verstanden hat.

4. Grundform der Bodentechnik

In diesem Prüfungsfach soll der Prüfling nur die „Endposition“ ohne Widerstand von Uke demonstrieren. Bei Haltegriffen soll korrekte Kontrolle deutlich werden, bei Armhebeln ein kontrolliertes Überstrecken oder Verriegeln des Armes erkannt werden und bei Würgegriffen die Wirkung der Technik sichtbar sein.

5. Anwendungsaufgabe Stand

Im Unterschied zur Grundform soll die Anwendung der Standtechnik zumeist aus der Bewegung erfolgen. Die Anwendungsaufgaben enthalten fast immer eine Wenn/Dann Beziehung. Damit ist gemeint, dass die zu demonstrierende Technik in einer vorgegebenen Situation demonstriert werden soll. Es ist sehr wichtig, das richtige Verhalten von Uke, also die Ausgangssituation, mit zu üben. Der ständige Wechsel in der Rolle (als Tori und Uke) schult das Verständnis für die richtige Situation und das angemessene Verhalten. Ab dem 6. Kyu schafft sich Tori selber günstige Situationen für die Anwendung der Wurftechniken. Wie man zunehmend komplexer werdende Situationen herstellen und / oder für sich nutzen kann, soll in diesem Prüfungsfach deutlich gemacht werden.

6. Anwendungsaufgabe Boden

Ähnlich wie bei der Anwendungsaufgabe Stand soll der Prüfling demonstrieren, wie man eine Bodentechnik (Katame-waza) herausarbeitet. Aus dem Übergang vom Stand zum Boden, aus der Bank, Bauchlage oder aus der Rückenlage sollen Bodentechniken und die Verteidigungsmaßnahmen gegen diese demonstriert werden. In diesem Prüfungsfach soll der Prüfling nachweisen, dass er ein Verständnis für die situativ richtige Anwendung von Grifftechniken entwickelt hat. Uke soll bei allen Anwendungsaufgaben seinen Widerstand bzw. seine Handlungen so dosieren, dass Tori die Aufgabe mit eigener Anstrengung gut lösen kann (d.h. nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Widerstand).