Was ist Judo & Was bedeutet Judo ?

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Was ist Judo?

Um die Frage „Was ist bzw. was bedeutet Judo ?“ etwas umfassender beantworten zu können, muss man einige Jahrzehnte zurückgehen. Jigoro Kano, der Begründer des Judo, formulierte die Grundidee bzw. das letzte Ziel des Judo vor fast 100 Jahren wie folgt: „Judo ist – in letzter Konsequenz – der höchst wirksame Gebrauch von Geist und Körper zu dem Zweck, sich selbst zu einer reifen Persönlichkeit zu entwickeln und einen Beitrag zum Wohlergehen der Welt zu leisten.“ Kano hat für das von ihm entwickelte Kodokan-Judo drei Zwecke vorgegeben, die man mit dem Judostudium erreichen kann: Training des Körpers; Lernen, wie man einen Gegner besiegt und Erlernen eines angemessenen Verhaltens und das Entwickeln guter Manieren. Im Sinne von Kano soll Judo die Übenden körperlich fit, technisch geschickt und taktisch klug machen und ihnen bei der Entwicklung eines höflichen, ausgeglichenen und zurückhaltenden Wesens helfen.

Das Judostudium

Die Mittel, mit denen Kano seine Zwecke zu vermitteln versucht, sind ebenfalls von ihm beschrieben worden: „Beim Studium des Judo ist es entscheidend, dass der Körper trainiert und der Geist kultiviert wird durch die Methode von Angriff und Verteidigung, mit dem Ziel, das Prinzip zu verstehen. Dadurch perfektioniert man sich selbst und trägt zum allgemeinen Wohl in der Welt bei. Dies ist das letzte Ziel des Judostudiums“.

Man kann diesen Judoinhalt (Angriff und Verteidigung) auf verschiedene (gleichwertige und sich ergänzende) Arten studieren, nämlich als Kata, Randori oder auch im Kampf. Als umfassenden, gemeinsamen Gedanken kann man vielleicht sagen, dass der Inhalt immer das Studium der körperlichen Auseinandersetzung mit Judotechniken erfolgt und als Verhaltensmaßstab die beiden von Kano entwickelten Grundsätze des „gegenseitigen Helfens und Verstehens“ und des „besten Einsatzes der vorhandenen körperlichen und geisten Kräfte“ gelten.

Im modernen Judo haben sich weltweit viele verschiedene Inhalte entwickelt, mit denen man Judo studieren und verstehen kann. Diese Inhalte ergeben sich aus den persönlichen Sichtweisen des Judo (beziehungsweise auf das Judo) und bestimmen, in welcher Intensität und mit welchem Schwerpunkt man Judo studiert. So kann man Judo als Wettkampfsport, als Hoch- oder Höchstleistungssport, als Fitnesstraining, als Therapie, als Phillosophie, als Selbstverteidigung, als Ausgleich zum Beruf, als Erziehungssystem etc. betrachten und erleben.

die Auseinandersetzung mit „Judo“

Die Auseinandersetzung mit dem Gegner

Für einen jungen Menschen zwischen 10 und 30 Jahren steht die körperliche Entwicklung, die strategisch-taktische Verbesserung und die Auseinandersetzung mit Gegnern im Vordergrund. Es ist eine Zeit des körperlichen Wachstums, des Kräftemessens und des Sich-Vergleichens. Es geht darum, für sich herauszufinden, was sich aus dem großen Spektrum der Judofertigkeiten am erfolgreichsten, am effektivsten im Vergleich mit anderen erweist. Das wichtigste Mittel des Judostudiums ist in dieser Zeit sicherlich das Randori.

Die Auseinandersetzung mit sich selbst

Als Erwachsener zwischen 30 und 50 Jahren wird man ruhiger und ausgeglichener. Man erweitert sein Wissen, stabilisiert sein Können und reift auch in seinem Judo über den Vergleich mit Gegnern zur Zusammenarbeit mit vielen Partnern heran, die – wie man selbst – einen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres Judo zu leisten versuchen. Kata nimmt in dieser Phase der Partnerorientierung und Persönlichkeitsentwicklung eine immer stärkere Rolle ein.

Die Auseinandersetzung mit der Technik und den Wurfprinzipien

Im Altersabschnitt über 50 Jahren, wenn man die ersten Anzeichen körperlichen Verfalls deutlich und manchmal nachhaltig spürt, sich der Endlichkeit seines Lebens und Schaffens bewusster wird, fragt man sich häufiger, was einen am Judo denn eigentlich so nachhaltig fasziniert, dass man seinem Studium einen großen Anteil seines Lebens gewidmet hat. Wenn eine Judotechnik demonstriert wird, soll diese nicht nur ihre Wirksamkeit entfalten und die Lernenden auf Prüfungen oder Wettkämpfe vorbereiten. Es soll ebenso das Gefühl der Schönheit und der Bewegungen vermittelt werden. Das wichtigste Mittel in diesem Lebensabschnitt des Sammelns persönlicher Erfahrungen ist das Unterrichten anderer, die Weitergabe der eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse an nachfolgende Generationen.

Die Vielfalt des Judo

Judo in seinen unterschiedlichen Ausprägungen zu erleben, zu verstehen und zu erproben dauert lange – manchmal ein Leben lang. Rückblickend ist Judo aber eine ganz einfache Sache – man muss nur mal damit angefangen haben.

2018-06-09T21:06:53+00:00