Uchi-mata in Aktion

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Uchi-mata ist ein idealer Wurf für groß gewachsene Athleten. Dem zweifachen Schwergewichtsweltmeister Yasuyuki Muneta traut man manch einen Wurf zu, auf den ersten Blick aber sicherlich keinen Uchi-mata. Längenunterschiede von bis zu über 30cm sind für den 1,70 Meter großen Japaner keine Seltenheit.

Damit wäre er von der Körpersituation her ein ideales „Opfer“ für Uchi-mata. Wie er es aber mit Körperkraft und intelligenter Situationsnutzung versteht, seinerseits Uchi-mata erfolreich einzusetzen, zeigen zwei Aktionen vom Otto-Grand-Prix 2009 in Hamburg. Ein Grund, dass Uchi-mata seit mehr als einem Jahrhundert zu den erfolgreichsten Wettkampftechniken zählt, weil sich sein Wurfprinzip an viele verschiedene körperliche Voraussetzungen anpassen lässt.

Uchi-mata mit O-goshi-Griff und Hüfteinsatz

In der zweiten Runde trifft Muneta auf den Ungarn Barna Bor. Nach 45 Sekudnen setzt er am Mattenrand zu einem linksseitigen Uchi-mata mit einem ungewöhnlichen Griff an. Munetas rechte Hand hat den Kragen des Ungarn gegriffen (und lässt den linken Arm ohne Kontrolle), währen sein linkes Arm unter der Achsel her auf das Schulterblatt greift und engen, seitlichen Körperkontakt mit dem Ungarn ermöglicht. Mit dem Einsatz beider Arme, dem Abbeugen seines Oberkörpers und gleichzeitigem Anheben des rechten Oberschenkels von Bor mit seinem linken Spielbein kann Muneta den Ungarn auf sein linkes Bein stellen und durch Körperstreckung, Armzug und Vorhüpfen auf dem Standbein immer weiter nach vorne aus dem Gleichgewicht bringen. Der Ungar verliert sein Gleichgewicht und stürzt nach vorne. Durch Abstützen mit dem freien linken Arm versucht er noch zu verhindern, auf den Rücken gedreht zu werden, doch Muneta schiebt mit seinem Körper nach. Der Japaner ist obenauf und erhält Waza-ari.

Uchi-mata als Konter ohne Griff gegen Morote-gari

Bor hatte Muneta in der Zwischenzeit mit Ashi-guruma geworfen, mit Waza-ari ausgeglichen und den Japaner mit Uchi-mata- und Morote-Gari-Angriffen unter Druck gesetzt. Als der Ungar nach der Hälfte der Kampfzeit und einer Kampfunterbrechung wieder die Beine des Japaners angreifen will, ist Muneta vorbereitet: Blitzschnell dreht er sich mit einem Tai-sabaki aus der Kraftrichtung, zieht den Ungarn mit einem entschlossenen Armzug weiter nach vorne und wirbelt den nach vorn stürzenden Gegner mit einem Uchi-mata links durch di Luft – Ippn. Muneta zeigt, dass Uchi-mata nicht nur für große Menschen mit langen Beinen ein toller Wurf sein kann.

Yasuyuki Muneta
JudoInside
Mit seinem offensiven, technisch versierten Kampfstil und nie enden vollendem Kampfgeist begeistert der Ex-Weltmeister die Zuschauer. Muneta hat im Laufe der Jahre sein Technikrepertoire stetig verändert, den Gegnern un der technischen Entwicklung angepasst. Überzeugte er früher mit starker Bodenarbeit sowie mit Tai-otoshi und Sasae-tsuri-komi-ashi, überraschte er 2009 seine teilweise schwereren, immer aber größeren Kontrahenten auch mit Uchi-mata oder Ura-nage-Varianten.
2018-06-06T21:46:25+00:00